Neid, Angst, Wut - wie wir mit „schlechten” Gefühlen anders umgehen können

Warum wir unsere Gefühle nicht unterdrücken sollten

Neid, Angst, Wut - Gefühle, die wir nicht haben wollen, die wir schnell wieder los werden wollen. Das Ding ist: Wenn wir sie unterdrücken, sie wegschieben, werden sie mit geballter Wucht wiederkommen oder aber sie machen uns krank. Die Wut im Bauch, die uns Magenprobleme bereitet, die Angst, die uns die Kehle zuschnürt und unseren Puls rasen lässt, die vielleicht irgendwann zu Panikattacken führt. Dabei haben diese Gefühle ihren schlechten Ruf nicht verdient. Denn sie gehören zum Leben dazu. Ich möchte heute ein Plädoyer für unsere vermeintlich schlechten Gefühle halten.

Neid – der Hüter der Sehnsüchte

Denn Neid zeigt uns unsere Sehnsüchte, unsere Träume auf. Wir beneiden jemanden, weil er oder sie etwas hat, das wir gerne hätten. Das Problem am Neid ist also nicht das Gefühl an sich, sondern, dass wir uns oft dafür abwerten. Wir sollten doch niemanden beneiden. Doch! Do it. Es zeigt dir, was du dir in deinem Leben wünschst, was dir fehlt. Aber verharre nicht in diesem Gefühl. Sondern überlege mal, welchen ersten Schritt du gehen kannst, um für diesen Traum loszugehen? Um es mit Herrn Einstein zu sagen:

„Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten!“  

Angst – unser Sicherheitsalarmsystem

Woran denkst du als erstes, wenn du an Angst denkst? An ein bestimmtes Thema? Spürst du sie direkt in deinem Körper sitzen?

Auch die Angst hat keinen guten Ruf. Kleinen Kindern sagen wir: Du brauchst doch davor keine Angst zu haben. Na ja. Aber sie ist ja da und wenn wir sie unterdrücken, dann wird sie nur noch größer und größer und sorgt vielleicht irgendwann dafür, dass wir handlungsunfähig werden. Dass unser Körper uns krasse Signale sendet. Dass wir krank werden. Dass wir Panikattacken haben. Dabei hat auch die Angst eine Funktion – auch wenn es sich nicht danach anfühlt. Angst will uns schützen, sie will, dass wir in Sicherheit sind. Und vielleicht kannst du deiner Angst ab sofort mal mit Neugierde begegnen. Und sie fragen, wovor sie dich denn beschützen will. Dir vorstellen, wie sie aussieht, wie sie riecht, welche Farbe sie hat. Und ihr so den Schrecken nehmen.  Setz dich hin mit deiner Angst und höre ihr zu. Und dann kannst du entscheiden – hat sie recht und ist das wirklich gefährlich für mich? Oder will ich das, was hinter der Angst steht? Denn oft hindert uns unsere Angst daran, etwas zu tun, worauf wir richtig Bock hätten. 

Wut bringt Veränderung

Und kommen wir zur Wut. Auch sie ist nicht gerne gesehen und oft mit Aggression verbunden. Dabei hat Wut an sich nichts Aggressives. Aber sie hat Power. Wut zeigt uns: Hier hat jemand meine Grenzen überschritten. Hier passt was nicht für mich. Ich will das so nicht. Und wenn man das mal zulässt, schaut, was passt denn hier gerade nicht für mich, dann kann diese Wut dafür sorgen, dass sich etwas verändert. Die Energie, die Wut mich sich bringt, kann dir helfen, dich aus einer Beziehung zu befreien, deinen Job zu kündigen, Veränderungen anzustoßen.

Gefühle sind weder gut noch schlecht

Gefühle sind also weder gut noch schlecht. Es ist nur eine Entscheidung, wie du sie ab sofort sehen willst. Und vielleicht willst du ab sofort mal die Neugierde-Brille aufsetzen, wenn sich eines dieser ungeliebten Gefühle zeigt. Was will dein Gefühl dir sagen? Und kannst du für dich tun, damit es sich wieder legt? 

Ich selbst bin meinen Ängsten jahrzehntelang aus dem Weg gegangen, hatte gar keinen Zugang zu meiner Wut und hab mich dafür verurteilt, dass ich neidisch auf andere bin. Mittlerweile spring ich so viel öfter über meinen Schatten, ich find es völlig okay, neidisch zu sein, Wut im Bauch zu haben und die auch rauszulassen ist so richtig befreiend.

Wenn du dir auch einen anderen Umgang mit deinen Gefühlen wünschst, weil sie dich manchmal übermannen oder du gar keinen Zugang dazu hast, ich unterstütze dich als Coach für Hochsensibilität ganz individuell auf deinem Weg. 

Alles Liebe für dich,

Susanne

  

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