Einschulung hochsensibler Kinder: 7 Tipps für einen sanften Übergang

Hochsensibles Schulkind

Die Einschulung ist für jedes Kind mega aufregend, aber gerade für hochsensible Kinder ist der Übergang von KiTa zu Schule besonders herausfordernd, weil sie ihre Umwelt intensiver wahrnehmen und stärker auf äußere Reize reagieren. Außerdem sind jede Menge Informationen, Sorgen und Ängste damit verbunden und davon haben wir Hochsensiblen ganz schön viele.

Warum die Einschulung für hochsensible Kinder so krass ist

♡ Veränderungen sind anstrengend

Veränderungen sind für hochsensible Kids immer mit jeder Menge neuer Reize verbunden. Denn neue Situationen gehen auch immer mit einer Flut an neuen Eindrücken, Geräuschen und neuen Menschen einher, die erstmal verarbeitet werden müssen und das ist einfach anstrengend.  

Abschied nehmen darf weh tun

Der Schulstart bedeutet auch Abschied nehmen von der KiTa, in der dein Kind jetzt zu den Großen gezählt hat. Es hat sich dort sicher gefühlt, kannte alles und hatte sich eingegroovt und jetzt heißt es Abschied nehmen - von Erzieher*innen und von vielen Freund*innen. Das kann unfassbar traurig machen und dieser Traurigkeit dürft ihr auch Raum geben.  

♡ Sorgen und Ängste sind normal

“Wie wird das in der Schule? Wie sind die anderen? Werde ich neue Freund*innen finden? Sind die Lehrer*innen nett oder streng? Wie bin ich in der Schule? Bin ich gut genug? Wie läuft das eigentlich mit den Hausaufgaben? Was mache ich, wenn ich weinen muss? Wo sind eigentlich die Toiletten?” Hochsensible machen sich generell viele Gedanken um die Zukunft, und gerade, wenn neue Situationen anstehen, dann rattert es im Kopf und es kann gut sein, dass dein Kind in dieser Zeit schlecht schläft.

Was kannst du tun, um dein Kind gut auf den Schulstart vorzubereiten?

Mach dein Kind mit der neuen Umgebung vertraut

Wenn es möglich ist, dann schau dir mir deinem Kind schon vor Schulbeginn die Schule an. Geht den Schulweg gemeinsam ab, zeige ihm den Klassenraum, den Schulhof, stelle die Lehrer*in vor und zeig ihm, wo die Toiletten sind. Das hilft deinem Kind, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen und sich sicherer zu fühlen, weil es sich schon ein wenig auskennt.

Gefühle und Ängste ernst nehmen

Hochsensible Kinder haben intensivere Emotionen und es ist so so wichtig, dass du die ernst nimmst. Denn egal, ob dir die Ängste übertrieben vorkommen, für dein Kind sind sie real. Es übertreibt nicht und stellt sich auch nicht an. Deshalb ist es so wichtig, deinem Kind zuzuhören und den Ängsten, Sorgen und Gefühlen Raum zu geben. Wenn du mehr darüber lesen willst, wie du dein HSK im Umgang mit seinen Ängsten unterstützen kannst, klick hier.

Rituale und Routinen etablieren

Rituale und Routinen geben hochsensiblen Kindern Halt und entlasten das Nervensystem. Denn Routinen laufen immer gleich ab. Das bedeutet, dass das Nervensystem in dieser Zeit keine neun Reize verarbeiten muss – es darf sich entspannen. Deshalb ist es total cool, wenn ihr eine feste Morgen- und Abendroutine entwickelt. Das hilft deinem Kind, entspannter in den Tag zu starten und abends zur Ruhe zu kommen.

Rückzugsorte ermöglichen

Besprich vielleicht schon im Vorfeld mit der Schule, wo dein Kind sich zurückziehen kann, wenn es sich überfordert fühlt. Dies kann ein spezieller Platz im Klassenzimmer oder ein ruhiger Bereich auf dem Schulgelände sein. Diese Rückzugsorte sind wichtig, damit Dein Kind sich erholen und wieder Energie tanken kann.

♡ “Soll ich der Schule sagen, dass mein Kind hochsensibel ist?”

Du hast die Schule vermutlich mit Bedacht ausgewählt und hoffentlich ein gutes Gefühl, dass dein Kind sich sort wohlfühlen wird. Damit das so ist, informiere die Schule gerne über die Besonderheit deines Kindes. Wenn du dich nicht wohl damit fühlst, über die Hochsensibilität zu sprechen, sag ihnen, dass dein Kind sehr reizempfindlich ist, öfter mal Rückzugsmöglichkeiten braucht etc.. Ich empfehle meinen Klient*innen, da ganz auf ihr Bauchgefühl zu hören, wie du es kommunizieren möchtest. Denn leider gehen noch nicht alle Schulen anerkennend mit dem Thema Hochsensibilität um, zum Glück aber immer mehr. Damit die Lehrkräfte aber besser auf die individuellen Bedürfnisse deines Kindes eingehen können, ist es wichtig, dass sie wissen, was los ist.  

Mut machen

Was hat dir damals an der Schule am besten gefallen? Erzähl deinem Kind davon. Lustige Anekdoten, wie du Freund*innen gefunden hast, vielleicht auch, wie du es geschafft hast, mit deinen Ängsten umzugehen. Das alles hilft deinem Kind, die Angst vor dem Unbekannten zu mindern und vielleicht sogar mit Vorfreude ranzugehen.

Sorge für bewusste Entspannung

Achte darauf, dass Dein Kind nach der Schule genügend Zeit zur Entspannung hat. Malen, Lesen, Spazieren oder ruhige Spiele können helfen, Stress abzubauen und die neuen Erlebnisse sacken zu lassen. Gerade in den ersten Wochen oder Monaten würde ich empfehlen, keine neuen Aktivitäten oder Termine zu machen, die zusätzlichen Stress bereiten. Also: Nicht so dringende Arzttermine, das Ausprobieren neuer Sportarten vielleicht eher in den Herbst legen.

Und wenn du dir eine individuelle Unterstützung für dich / euch als Eltern wünschst, dann schau doch mal, ob meine Elternberatung was für euch ist.

Ich freu mich auf dich!

Alles Liebe,

Susanne  

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