"Warum dein hochsensibles Kind Probleme beim Einschlafen hat"

Als Mama oder Papa eines hochsensiblen Kindes kennst du das bestimmt: Ihr habt zu Abend gegessen und du weißt schon, was dich erwartet – obwohl dein Kind todmüde ist, wird es ewig brauchen, um einzuschlafen. Dabei wünschst du dir nichts mehr, als auch endlich aufs Sofa zu können oder in Ruhe etwas erledigen oder besprechen zu können.

Ich weiß aus meinen Elternberatungen und Coachings, dass Eltern das Gefühl haben, dass es nicht „normal“ ist, dass das Kind nicht alleine schlafen kann. Ich hab zwei beruhigende Nachrichten für dich:

Es IST für hochsensible Kinder normal, dass sie lange brauchen, um einzuschlafen.

Es ist normal, dass dein Kind schon 8 oder älter ist, und noch nicht in seinem eigenen Bett schlafen will. Dass du vielleicht noch lange neben deinem Kind liegst, damit es einschlafen kann. Dass es noch deine Hand braucht, um sicher zu schlafen.

Die zweite gute Nachricht: Ihr könnt trotzdem vieles dafür tun, damit dein Kind schneller einschlafen kann. Natürlich ist jedes Kind ist anders, deshalb ist nicht jeder Tipp etwas für jedes Kind. Probiert einfach aus, was für euch funktioniert.

Warum braucht mein hochsensibles Kind so lange, um einzuschlafen?

♡ Reizüberflutung

Dein hochsensibles Kind nimmt seine Umgebung viel intensiver wahr als andere Kinder. Bei Kindern, die nicht hochsensibel sind, gibt es eine Art Filter im Gehirn, der die unwichtigen Reize und Informationen aus der Umgebung rausfiltert. Bei hochsensiblen Kids fehlt dieser Filter. Es bekommt tagsüber viel mehr Geräusche, Gerüche, aber auch Gefühle von anderen mit. Du kannst dir also vorstellen, wie viele Reize den ganzen Tag in KiTa, Schule oder auch beim Einkaufen auf das kleine sensible Wesen einprasseln. Wenn dein Kind dann abends zur Ruhe kommt, muss das alles erstmal verpackt und verarbeitet werden. Deshalb braucht dein Kind länger, um zur Ruhe zu kommen, vor allem nach einem langen und ereignisreichen Tag.

♡ Tiefe Gefühle

Dein hochsensibles Kind erlebt auch Emotionen viel intensiver als andere Kinder in seinem Alter. Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt liegen oftmals nur Sekundenbruchteile. Vielleicht hat dein Kind auch oft Wutausbrüche oder muss viel weinen. Diese tiefen Gefühle hallen oft noch lange in deinem Kind nach oder kommen abends wieder hoch, sobald dein Kind zur Ruhe kommt.

♡ Ängste und Sorgen

Dadurch, dass dein Kind die Welt intensiver erlebt und so viel mitbekommt, macht es sich auch mehr Gedanken und Sorgen um seine Mitmenschen, um Tiere, die Welt. Außerdem bedeuten Veränderungen, neue Situationen mehr Reize und Eindrücke und machen deinem Kind Angst, weil es nicht weiß, was es erwartet. Und genau diese Ängste und Sorgen kommen abends hoch, wenn es ruhiger wird und verhindern dann, dass dein Kind in Ruhe einschlafen kann. Und ganz oft ist es besonders die Angst davor, nicht einschlafen zu können und dann am nächsten Tag nicht fit zu sein, die Kinder davon abhält, in Ruhe einzuschlafen.

9 Tipps: Was kann ich tun, damit mein hochsensibles Kind schneller einschläft?

Schaffe eine ruhige Schlafumgebung für dein Kind, indem du Lärm und visuelle Stimulation minimierst. Ein abgedunkeltes Zimmer, warmes Licht und beruhigende Geräusche wie sanfte Musik, Meeresrauschen und Co, können dabei helfen, das Nervensystem deines Kindes zu beruhigen.

Sprich mit deinem Kind über die Erlebnisse des Tages – seine Gefühle, seine Eindrücke. Gib ihm so die Möglichkeit, alles nochmal zu verarbeiten, sacken zu lassen.

 Gib den Ängsten und Sorgen deines Kindes Raum. Denn sie sind aus einem bestimmten Grund da – um dein Kind zu schützen. Wenn du mehr darüber wissen magst, wie du mit den Ängsten deines Kindes anders umgehen kannst, schau dir gerne den Blogartikel “Hochsensible Angsthasen - warum hochsensible Kinder oft Angst haben”an.

 Was braucht dein Kind, um sich heute sicher zu fühlen? Wenn dein Kind sich sicher fühlt, entspannt sich das Nervensystem automatisch. Das können Rituale sein, ein Stofftier, vielleicht ist es aber auch deine Hand. Das kann auch jeden Abend etwas anderes sein. Schau, was du tun kannst, damit dein Kind die Sicherheit hat, jetzt sicher einschlafen zu können.

 War der Tag besonders herausfordernd? Vielleicht braucht dein Kind dann auch einfach noch Bewegung vor dem Schafengehen. Das hört sich vielleicht erstmal kontraprodukiv an, aber unser Körper braucht gerade bei intensiven Gefühlen wie Angst, Wut oftmals noch ein Ventil, um die Stresshormone aus dem Körper zu kriegen - und das geht am besten mit Bewegung. Ihr könntet zu Beispiel noch eine Runde tanzen, toben oder auf ein Kissen eindreschen, wenn die Gefühle noch sehr präsent sind.

  Sprich mit deinem Kind darüber, wie ihr den kommenden Tag entzerren könnt, falls es nicht schlafen kann und nicht so fit ist. Was könnt ihr dann vom Tagesplan streichen? Zu wissen, dass es okay ist, nicht einzuschlafen und den kommenden Tag dann etwas langsamer anzugehen, kann total entlasten und die Angst vorm Nichteinschlafen nehmen.

 Plane viel Erholung ein: Versuche euren Alltag nicht mit zu vielen Terminen und Playdates vollzupacken. Gerade bei der Eingewöhnung in KiTa oder Schule, beim Übergang in einer weiterführende Schule braucht dein Kind ganz viel Zeit, um alles zu verarbeiten. Auch Arzttermine stressen Kinder oft sehr. Versuche an Tagen mit Arztterminen keine weiteren Termine zu legen und diese vielleicht auf einen kurzen Schultag zu vertagen.

♡ Routinen vor dem Schlafengehen: Routinen entlasten das Nervensystem deines Kindes, weil es sich auf nichts Neues mehr einstellen muss und jeder Abend gleich verläuft.

 Schau, was deinem Kind schon tagsüber helfen kann, sein Nervensystem zu entspannen und entlasten. Das kann die Klopftechnik EFT sein, Kinderyoga, Turnen, malen, herumtollen, mit Tieren schmusen – alles, bei dem der Kopf abschalten kann und dein Kind total im Hier & Jetzt ist hilft dem Nervensystem sich auch tagsüber schon zu entspannen.  

Mit viel Gelassenheit und Verständnis zu besserem Schlaf 

Ich wünsche mir, dass dieser Artikel dir dabei hilft, das Schlafverhalten deines Kindes besser zu verstehen und du dein Kind mit viel Geduld und einfühlsamen Lösungsansätzen dabei unterstützen kannst, schneller und ruhiger einzuschlafen. Denn je entspannter und zuversichtlicher du selbst bist, desto besser klappt das mit dem Einschlafen.  

So unterstütze ich euch als HSP-Coach

Wenn du dir weitere individuelle Tipps wünschst, die Klopftechnik EFT kennenlernen  und wissen willst, du dein hochsensibles Kind bestmöglich unterstützen kannst, dann dann bin ich als Coach für Hochsensibilität für euch da! 

Alles Liebe für dich,
Susanne

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Hochsensibel: Warum ein dickes Fell nicht die Lösung ist

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5 Schlaf-Tipps für Hochsensible: Schnelleres Einschlafen und erholsamer Schlaf